Von Roswitha Wünsche-Heiden

Ruanda ist ein schönes Land mit bunten Märkten, malerischen Landschaften, sauberen Straßen, geordnetem Alltag, lebendigen Festen, fröhlichen Menschen, kurz: ein richtig attraktives Fernreiseland. Das ist der erste Eindruck, den die Fotoausstellung über das kleine, rheinland-pfälzische Partnerland in Ostafrika dem unbedarften Besucher des Burggrafiats vermittelt.

140 000 Euro Spenden

Dass das nicht immer so war, dass es ein „Ruanda gestern“ vor dem „Ruanda heute“ gab, erschließt sich nur dem, der auch einen Blick auf Ruanda hat, den er „revidieren“ kann. Bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Blickpunkte – Ruanda heute“ durch Manfred Hinkel, den Beigeordneten der Stadt Alzey, war dafür durch die Anwesenheit derjenigen Sorge getragen, die mit ihrem jahrelangen Engagement für die Partnerschaft ihr Teil zu der erfreulichen Entwicklung des Landes beigetragen sowie bei Reisen nach Ruanda die Veränderungen vor Ort mitbekommen haben.

 

Das betrifft etwa Christine Müller, die Initiatorin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Partnerschaft Ruanda-Alzey-Worms und des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda. Sie wies darauf hin, dass bisher 140 000 Euro in neun große Entwicklungshilfeprojekte geflossen seien und hob neun Schulpartnerschaften sowie die „Aktion Tagwerk“ hervor, in denen sich auch viele Schüler nach dem Genozid 1994 am Wiederaufbau des Landes beteiligt hätten. Die Frauenbeauftragte Katharina Nuß erwähnte in ihrem frauenorientierten Blick auf Ruanda das dortige Parlament, das bereits zu 56 Prozent aus Frauen besteht und das neue Champignonzucht-Projekt der Landfrauenverbände. „Ruanda steht auf der Liste der armen Länder immer noch auf dem 34. Platz“, betonte Dr. Richard Auernheimer, der Präsident des Partnerschaftsvereins, in seinem Einführungsvortrag.

Infotexte und Broschüren

Mitten im „Chancenkontinent Afrika“ gelegen sei das Land auf der Entwicklung weg von Armut, Chaos und Unsauberkeit schon ein gutes Stück vorangekommen. „Solange wir sicher sein können, dass jeder Cent dort ankommt, wo er gebraucht wird, sollten wir keinen Zweifel an dem Sinn dieser Partnerschaft hegen“, meinte Hansjochem Schrader, der 2001 Vorsitzender des Fördervereins „Partnerschaft Ruanda Alzey-Worms“ war.

Wer sich die Ausstellung bis zum 24. März ansieht, sollte es jedenfalls nicht bei dem ersten Blick belassen, sondern unbedingt die Informationstexte neben den Bildergruppen lesen oder sich in die Begleitbroschüre zur Ausstellung vertiefen. Nach Themen geordnet, kann man dort Genaueres über Geschichte, Nationalparks, Gleichberechtigung, Leben, Feiern, Schule, Verkehr und Transport sowie das Wohnen in der Stadt und auf dem Land erfahren.

Hinkel wies ausdrücklich darauf hin, dass es für Schulklassen die Möglichkeit gibt, die Ausstellung auch außerhalb der Öffnungszeiten des Burggrafiats zu besuchen.

ÖFFNUNGSZEITEN

Täglich 15 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen zusätzlich von 10 bis 12 Uhr. Besuche außerhalb der Öffnungszeiten sind über Marga Forg und Heike Ganz bei der Stadtverwaltung Alzey, Telefon 0 67 31/49 52 02, möglich.